Programm 1. Halbjahr 2017

Sehr geehrtes Mitglied,

mit drei Exkursionen und vier Vorträgen  hoffen wir, Ihnen erneut ein  attraktives Programm zusammengestellt zu haben, und freuen uns, wenn Sie an den Veranstaltungen teilnehmen. Luther und die Reformation bilden dabei einen thematischen Schwerpunkt.

Alle Informationen über den Geschichtsverein, das Programm, die Publikationen, Pressestimmen u.a. können Sie auch unserer Homepage entnehmen: www.friedbergergeschichtsverein.de

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Kreuzer, Vorsitzender

Vorträge

Donnerstag, 26. Januar 2017, 20 Uhr

Bibliothekszentrum Klosterbau, Augustinergasse 8

Michael Keller

Das 20. Jahrhundert

Von der Katastrophe des Ersten Weltkriegs bis zum „neuen Friedberg“

(nachgeholter Termin der Vortragsreihe zur Stadtgeschichte)

In seinem Vortrag versucht Bürgermeister Michael Keller einschneidende Abschnitte der Friedberger Stadtgeschichte anhand der Biografien der jeweils amtierenden Bürgermeister zu veranschaulichen. So steht der gebürtige Stuttgarter Carl Stahl (1902-1916) für eine rasante Stadtentwicklung bis zur „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkriegs. Dr. Ludwig Seyd (1919-1935), für das Scheitern einer demokratischen Bürgergesellschaft im Volksstaat Hessen sowie den nahtlosen Übergang in die NS-Diktatur und Karl Hermann Vieth (1935-1943) u.a. für Gleichschaltung, Kriegszerstörung und das Ende einer 700jährigen jüdischen Geschichte in Friedberg. Unter den drei Nachkriegs-bürgermeistern Anton Heinstadt (1945-1946), Fritz Bebber (1946-1965) und Karl Raute (1966-1975) entsteht das „ neue Friedberg“. Städtebaulich symbolisiert durch Kreishaus, Adolf-Reichwein-Schule oder die Wohnbebauung zur Unterbringung der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge. Parallel dazu häufen sich Konflikte wegen der Beschlagnahmung von Wohngebäuden durch die US-Army und dem Ausbau der US-Kaserne 1953, der die städtebauliche Ausdehnung nach Süden auf Jahrzehnte blockiert. Neben der Entwicklung zu einer freiheitlichen-demokratischen Gesellschaft  und zu europäischer Aussöhnung kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen GIs und Teilen der Bevölkerung.

 

Donnerstag, 16. Februar 2017 , 20 Uhr 

Bibliothekszentrum Klosterbau, Augustinergasse 8

Burkhard Steinhauer, Erasmus Alberus (um 1500 -1553)

Burkhard Steinhauer ist vor wenigen Tagen überraschend verstorben. In seinem Sinn und auf der Basis von Materialien, die Burkhard Steinhauer erarbeitet hat, wird Lothar Kreuzer Leben und Wirken des Theologen vorstellen, der zum engeren Kreis um Martin Luther zu zählen ist, wie das Meienburger Epitaph von Lucas Cranach dem Jüngeren aus der St. Blasii-Kirche in Nordhausen als wichtiges Zeugnis der Reformationszeit verdeutlicht. Der gebürtige Bruchenbrückener  war der erste evangelische Pfarrer der Ganerbschaft Staden  und Schulgründer in Oberursel. Nach dem Studium u.a. in Wittenberg wirkte er an verschiedenen Stationen als Pfarrer und Pädagoge. 1543 wurde er von Luther promoviert. Der dichterisch begabteste und wortgewaltigste Mitstreiter Luthers war vielgelesener Verfasser v.a. von Fabeln. Er verstarb als Superintendent  in Neubrandenburg.  Berühmt ist seine ‚Kurze Beschreibung der Wetterau‘ von 1552, die erste ihrer Art. Heute tragen die Kirche in Bruchenbrücken und das Haus der Diakonie in Friedberg seinen Namen.

Burkhard Steinhauer beschäftigt sich seit fünf Jahrzehnten mit Erasmus Alberus, dessen Onkel und Großvater Vorbesitzer seines Hauses ‚Zur Reusen‘ auf der Kaiserstraße waren.

 

Donnerstag, 23. März 2017 , 20 Uhr

Bibliothekszentrum Klosterbau, Augustinergasse 8

Prof. Dr. Holger Th. Gräf 

Landgraf Philipp und die Reformation – Hessens Aufbruch in die Neuzeit?

Wenn Hessen jemals vom Mantel der Weltgeschichte gestreift worden ist, dann war das wohl in der Reformationszeit, also in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Eine Darstellung, die sich zu dem genannten Thema auf die Biographie bzw. die Person des Landgrafen Philipp (1504–1567) und seinen individuellen Beitrag zu Reformation beschränken würde, bliebe Stückwerk. Daher soll der Vortrag das dramatische Geschehen und die staatlich-politischen Konflikte der Reformationszeit insgesamt skizzieren,  um vor diesem Hintergrund den spezifisch hessisch-landgräflichen Anteil daran überhaupt verstehen und bewerten zu können.          Dazu wird  zunächst die Landgrafschaft Hessen in der Reformationszeit sowie ihre Rolle in der Reichs- und in der europäischen Politik geschildert. Am Beispiel der entstehenden Landeskirche wird sodann die Reformation in Hessen im engeren Sinne abgehandelt. Schließlich wird der Zusammenhang zwischen Reformation und frühmoderner Staatsbildung thematisiert. Im abschließenden Resümee wird kritisch auf die Frage nach dem „Aufbruchscharakter“ der Philippszeit für Hessen eingegangen.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Gräf findet die Jahreshauptversammlung statt.

 

EXKURSIONEN

Samstag, 28. Januar 2017

Museumsfahrt ins Hessische Landesmuseum in Darmstadt

Das Museum hat durch die grundlegende Renovierung der letzten Jahre ein anderes Gesicht bekommen. Neben dem Gesamteindruck des Hauses sind wir an den Dingen interessiert, die aus unserer Region stammen (Ortenberger Altar, Vilbeler Mosaik), aber besonders an den Friedberger Schätzen, die 1878 „für ein Linsengericht“, wie es damals hieß, aus der Stadtkirche an das Museum verkauft wurden, vor allem der Große Friedberger Altar, aber auch der Kleine Altar u.a.m.

Leitung: Hans Wolf

Abfahrt: 13 Uhr,  Friedberg, Parkplatz hinter der Stadthalle,

kurz vorher in Bad Nauheim, Haltestellen Frankfurter Str. und Söderweg.

Anmeldung und Zahlung von  40 € für Fahrt, Eintritt und Führung bis zum       15. Januar 2017

 

 

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