Presse 2013 Knörr

Zum 100. Geburtstag von Wolf Schmidt (1913-77), dem legendären Schöpfer der Familie Hesselbach,  veranstaltet der Friedberger Geschichtsverein am Mittwoch, den 20. Februar, um 19 Uhr im Kinocenter Bismarckstr. 24 b einen Abend mit Vortrag und Filmvorführung.

Kai Knörr, der sich seit seiner Jugend mit Schmidts Werken beschäftigt und durch seine Recherchen zwei seiner Spielfilme wiederentdeckte, stellt in seinem Vortrag , teilweise mit bisher nicht veröffentlichtem Material, anhand von Fotos, Ton- und Filmsequenzen Wolf Schmidt als überaus produktiven und unkonventionellen Verfasser von Unterhaltungsserien im Hörfunk und von Filmproduktionen, für die er sich selbst in Hollywood Anregungen holte, vor.

In einer Zeit radikalen Medienwandels hat Schmidt mit dem jeweils reichweitenstärksten Medium nacheinander im Radio, Film und Fernsehen von 1948 bis 1967 als unabhängiger Autor seine Visionen von Serienproduktion umgesetzt. Als Akteur, Chronist und Kommentator schrieb er  ein wichtiges Kapitel Mediengeschichte in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik. Seine „heitere Nachdenklichkeit“ stand dabei in enger Verbindung zur damaligen Programmkultur von Hörfunk und Fernsehen und hatte weit mehr zu bieten, als wir das heute von Serienproduktionen gewohnt sind.

Die nächtliche Serienproduktion des ehemaligen Journalisten und Kabarettisten bedeutete für Wolf Schmidt eine Strapaze, der er nur mit Unmengen an Kaffee und Zigarren begegnen konnte.

Kai Knörr arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam an seiner Dissertation über das Lebenswerk von Wolf Schmidt, das er als einen wichtigen Bestandteil in der Frühgeschichte der seriellen Rundfunk- und Fernsehunterhaltung der Bundesrepublik versteht.

Zwischen 1954 und 1957 hat Wolf Schmidt auf eigenes Risiko und mit branchenunüblichen Methoden fünf Kinofilme produziert. Als ein Beispiel bringt Knörr „Die Familie Hesselbach im Urlaub“ aus dem Jahre 1955 zur Aufführung.

Vor dem Kinoabend wird um 17 Uhr an Wolf Schmidts ehemaligem Wohnhaus Am Tauben Rain 6 in Anwesenheit von Bürgermeister Keller eine Gedenkplatte enthüllt.