Museumsfahrt Frankfurt

Der Friedberger Geschichtsverein hat mit einer Museumsfahrt nach Frankfurt sein Frühjahrsprogramm gestartet. Ziel war es, die beiden neuen Museumsbauten und Ausstellungskonzeptionen des Jüdischen Museums und des Romantik-Museums kennenzulernen.

Das Jüdische Museum präsentiert im neuen Lichtbau und im klassizistischen Rothschild-Palais unter dem Motto „Wir sind jetzt“ jüdische Geschichte und Kultur im modernen Frankfurt, von der Gegenwart zurück zu der Emanzipationsbewegung des frühen 19. Jahrhunderts, die getragen wurde von den Errungenschaften der französischen Revolution und der Zeit Napoleons. Der Stellenwert und die Vielfalt jüdischer Kultur und jüdischen Lebens mit unterschiedlichen Erfahrungen und Einstellungen werden v.a. in der Begegnung mit Schicksalen und den Gesichtern der davon betroffenen Personen erlebbar. Den Wandel von Traditionen und Ritualen, den Alltag und die Feste der Familien mit und ohne religiösen Hintergrund zeigen Objekte aus einfachen Haushalten ebenso wie die Salons und Unternehmungen der Rothschilds. Man wird sich des großen Verlustes durch die Schoa bewusst, spürt andrerseits die nicht einfache, aber deutliche Präsenz der heutigen jüdischen Gemeinde. Auf dem Vorplatz lädt das Kunstwerk ohne Titel von Ariel Schlesinger den Besucher zur Entdeckung und Auseinandersetzung ein: Zwei Bäume, von denen einer fest verwurzelt mit seiner Krone der Krone des zweiten, der in umgekehrter Ausrichtung entwurzelt nach unten ausgerichtet ist, Halt bietet.

Der Friedberger Geschichtsverein im Schnee auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums vor der Skulptur von Ariel Schlesinger.

Der Friedberger Geschichtsverein im Schnee auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums vor der Skulptur von Ariel Schlesinger.

Das Romantik-Museum, räumlich und sachlich eng mit dem Goethehaus verbunden, führt an 25 Stationen in zwei Etagen in die vielfältigen Aspekte der Epoche ein. Von der Brandmauer des Goethehauses aus geht es die Himmelstreppe hinauf, an symbolisch blau gehaltenen Wänden entlang mit Ausblick durch den markanten Erker. Die unterschiedlichsten Aspekte dessen, was Romantik alles sein kann, das Denken und Fühlen in Wissenschaft, Literatur, Malerei und Musik sowie das neue Lebensgefühl werden an epochalen Ereignissen und führenden Vertretern illustriert. Herzstück des Museums sind kostbare Handschriften aus dem Besitz des Freien Deutschen Hochstifts, die lichtgeschützt in Schreibpulten studiert werden können, z.B. Wackenroders Brief von seiner Harzreise an einsame Plätze im Jahr 1794, der für den Beginn der Epoche steht. An den Exponaten kann man die intensiven Schaffens- und Umarbeitungsprozesse nachvollziehen, etwa, wie Eichendorff in die Vorlage seines Gedichts „Wünschelrute“ von ihm häufig verwendete zentrale Begriffe als ‚Zauberworte‘ einarbeitet.
Die Teilnehmer konnten Querverbindungen zur Friedberger Geschichte und zu früheren Exkursionen des Geschichtsvereins herstellen. Sie kehrten mit neuen Eindrücken zurück, die sie mit extern nutzbaren Medienangeboten der Museen vertiefen können.

Bei den nächsten Fahrten des Friedberger Geschichtsvereins sind noch Plätze frei: 12.-15. Mai Viertagesfahrt nach Franken, 11. Juni Tagesfahrt an die südliche Bergstraße. Anmeldung per E-Mail: friedberger-geschichtsverein@gmx.de , telefonisch: 06031 93281 oder Mi + Fr 9-12 Uhr in der Geschäftsstelle Kaiserstr. 21.

Vgl. Wetterauer Zeitung 9.4.2022

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