Hans Wolf: Interessante Einblicke in die Stadt Frankfurt

Wetterauer Zeitung , 10.06.2008

»Hans Wolf: Interessante Einblicke in die Stadt Frankfurt«

Dritter Frankfurter Stadtrundgang des Geschichtsvereins mit vielen Schauplätzen

von Siegfried Biernoth

 

Stadtrundgang 2008 Frankfurt

Dritter Frankfurter Stadtrundgang des Geschichtsvereins mit vielen Schauplätzenn

Friedberg (sb). Unbekanntes zu entdecken und Bekanntes in neuem Licht zu sehen, war Ziel des dritten Frankfurter Stadtrundgangs, auf den sich Mitglieder und Freunde des Friedberger Geschichtsvereins unter der Leitung seines Vorsitzenden Hans Wolf kürzlich begaben.

Zu Beginn gab Wolf vor dem Senckenbergmuseum eine knappe anschauliche Einführung in die Geschichte der schon zur Goethezeit gegründeten Naturforschenden Gesellschaft,die heute als Forschungsinstitution weltweiten Ruhm genießt. Über das als »technische Kathedrale« bekannte Bockenheimer Depot – einst im Dienst der Frankfurter Straßenbahn, seit dem Brand des Opernhauses Spielstätte der Städtischen Bühnen -, führte der Weg zu der 1910 erbauten Westend-Synagoge, vorbei an den stattlichen Villen des Westends und der Alten Oper zum Bethmann-Park und dem dort zu Beginn des 19. Jahrhunderts für eine Plastik der Ariadne auf einem Panther von Dannecker errichteten Museumspavillon; Die Plastik, von der Wilhelm von Humboldt meinte, diese Ariadne sei ihm »zu dick und zu nackt«, hatte seinerzeit für einige Aufregung gesorgt.

Nach einem Abstecher zur Klapperfeldstraße, im Mittelalter Wohngebiet der Leprosen der Stadt, heute Standort des in der preußischen Zeit Frankfurts errichteten Justizpalastes, und einem Blick auf das Zoo-Gesellschaftshaus und den Mousonturm, den Rest der einst weitläufigen Industrieanlage der Firma Mouson, der heute als Kulturzentrum genutzt wird setzte sich der Rundgang fort mit einem Besuch des Merianplatzes, an dem sich einst das von Isaak Stern gestiftete Volksbad befand. Hier – wie an allen Plätzen, die auf dem Rundgang aufgesucht wurden – gab Wolf interessante Einblicke in die Geschichte des Ortes, der Menschen, die Frankfurts Geschichte bestimmten und das Stadtbild mit ihren Bauten und Einrichtungen bis heute prägen. So berichtete er vor dem 1727 errichteten Holzhausenschlösschen von der namensgebenden Patrizierfamilie, die in fünf Jahrhunderten 66 Frankfurter Bürgermeister stellte, erzählte von der wechselvollen Geschichte des Poelzig-Baus, der – als Verwaltungszentrum der IG Farben errichtet -, nach 1945 als Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Europa diente. Danach gab .er einen Abriss der von der Hanauer Herrschaft geprägten Geschichte Bockenheims und erzählte vom Aufsehen erregenden Leben der Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, die sich hier ein Schloss errichtet und den »Schönhof« gegründet hatte.

In Ginnheim ließ Wolf vor dem »Reinhardsturm« die Wechsel volle Konfessionsgeschichte des Ortes lebendig werden und vermittelte durch den Besuch der letzten noch erhaltenen Hofreite des Ortes eine Vorstellung von der bäuerlichen Vergangenheit des Frankfurter Stadtteils.

Die Reihe der sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Frankfurter Stadtrundgänge soll auch im kommenden Jahr weitergeführt werden.

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